PHP-Version ändern: Wann, wie und worauf Sie dabei achten

Die PHP Version ändern Sie bei den meisten Hostern mit wenigen Klicks im Kundenmenü. Der Wechsel selbst dauert Sekunden, die Arbeit liegt davor: prüfen, ob CMS, Theme und Erweiterungen mit der neuen Version laufen, ein Backup anlegen und den Wechsel zuerst auf einer Testkopie ausprobieren. Aufschieben sollten Sie ihn nicht. Jede PHP-Version bekommt nur vier Jahre lang Updates, danach bleiben neu entdeckte Sicherheitslücken offen.

Warum Sie die PHP Version ändern sollten

PHP ist die Sprache, in der WordPress, Joomla, TYPO3, Shopware und die meisten anderen Systeme geschrieben sind. Jede Version wie 8.3 oder 8.4 bekommt zwei Jahre lang Fehlerkorrekturen und danach zwei weitere Jahre nur noch Sicherheitskorrekturen. Am 31. Dezember des letzten Jahres ist jeweils Schluss. Wer eine veraltete Version weiter nutzt, betreibt seine Website auf einer Grundlage, für die niemand mehr Lücken schließt.

Wie lange PHP-Versionen Updates bekommen
Stand November 2026: PHP 8.1 und älter bekommen keine Updates mehr. PHP 8.2 erhält Sicherheitsupdates bis Ende 2026, 8.3 bis Ende 2027, 8.4 bis Ende 2028 und 8.5 bis Ende 2029.

Neben der Sicherheit spricht das Tempo für einen Wechsel. Jede neue Version bringt Verbesserungen, und gerade der Sprung von PHP 7 auf PHP 8 hat viele Seiten spürbar schneller gemacht. Den aktuellen Stand aller Versionen zeigt die Übersicht Supported Versions auf php.net. Manche Hoster berechnen für veraltete Versionen inzwischen einen Aufpreis oder stellen sie nach einer Frist selbst um.

Welche Version Sie wählen

Für die meisten Websites ist die neueste Version, die Ihr CMS offiziell unterstützt, die richtige Wahl. Ganz neue Versionen bringen anfangs oft Warnungen in älteren Plugins, deshalb warten viele Betreiber nach dem Erscheinen ein paar Monate. Eine Version, die nur noch Sicherheitsupdates bekommt, ist kein Problem, solange deren Ende nicht kurz bevorsteht.

Was Ihr System verlangt, steht in den Anforderungen des Herstellers. Die Ratgeber zum WordPress-Hosting, Joomla-Hosting und TYPO3-Hosting nennen die Werte für die drei großen Systeme. Bei Shops und älteren Erweiterungen lohnt ein Blick in die Hinweise zur jeweiligen Version, denn dort hängt viel an einzelnen Plugins.

Die aktuelle PHP-Version herausfinden

Bevor Sie die PHP Version ändern, sehen Sie nach, welche gerade läuft. Dafür gibt es vier Wege:

  • Im Kundenmenü: Fast jeder Hoster zeigt die Version bei der Domain oder im Bereich für PHP-Einstellungen.
  • Im CMS: WordPress zeigt sie unter Werkzeuge, Website-Zustand, Bericht. Joomla unter System, Systeminformationen. TYPO3 in den Systeminformationen der oberen Leiste.
  • Mit einer Testdatei: Eine Datei mit dem Inhalt <?php phpinfo(); zeigt alle Details. Löschen Sie sie danach sofort, denn sie verrät Angreifern viel über Ihren Server.
  • Per SSH: php -v zeigt die Version der Kommandozeile. Die kann von der Version der Website abweichen, mehr dazu im Ratgeber zum SSH-Zugang.

Vor dem Wechsel: prüfen und sichern

Wer die PHP Version ändern will, geht am besten in dieser Reihenfolge vor:

PHP Version ändern in fünf Schritten
Backup anlegen, CMS und Erweiterungen aktualisieren, verwaiste Plugins ersetzen, die neue Version auf einer Kopie testen und erst dann die Live-Seite umstellen.
  1. Backup anlegen: Dateien und Datenbank sichern, wie im Ratgeber zum Website-Backup beschrieben.
  2. Alles aktualisieren: CMS, Theme und Erweiterungen auf den neuesten Stand bringen, solange noch die alte Version läuft. Viele Probleme mit neuen PHP-Versionen sind in neueren Plugin-Versionen längst behoben.
  3. Verwaiste Erweiterungen finden: Plugins, die seit Jahren kein Update bekommen haben, sind die häufigste Ursache für Fehler nach dem Wechsel. Ersetzen oder löschen Sie sie.
  4. Auf einer Kopie testen: Stellen Sie auf einer Staging-Umgebung zuerst die neue Version ein und klicken Sie die wichtigsten Seiten, Formulare und den Login durch.
  5. Live umstellen: Erst wenn die Kopie fehlerfrei läuft, ändern Sie die Version der echten Seite und sehen danach ins Fehlerprotokoll.

Für eigenen Code gibt es Werkzeuge, die PHP-Dateien gezielt auf Probleme mit einer Zielversion prüfen, etwa PHPCompatibility als Erweiterung von PHP_CodeSniffer oder die statische Analyse mit PHPStan. Für normale Websites mit fertigen Plugins sagt der Test auf der Kopie mehr.

Was sich zwischen den Versionen ändert

Die meisten Probleme nach einem Wechsel haben wenige, gut bekannte Ursachen. Wer eigenen Code pflegt oder ein älteres Plugin einschätzen will, sollte sie kennen:

  • PHP 8.0 hat alte Funktionen wie create_function() und each() entfernt. Code, der sie noch nutzt, bricht mit einem Fatal Error ab. Das betrifft vor allem Plugins, die seit vielen Jahren niemand mehr pflegt.
  • PHP 8.1 warnt, wenn eingebaute Funktionen null statt eines Textes bekommen. Das erzeugt in vielen Protokollen Tausende Deprecated-Meldungen, legt die Seite aber nicht lahm.
  • PHP 8.2 warnt bei dynamischen Eigenschaften, also bei Objekten, denen zur Laufzeit neue Felder zugewiesen werden. Auch das trifft ältere Plugins häufig.
  • PHP 8.4 markiert Parameter wie Typ $wert = null ohne Fragezeichen vor dem Typ als veraltet.

Deprecated-Meldungen sind eine Vorwarnung, mehr nicht. Sie sagen Ihnen, was beim nächsten großen Sprung zum echten Fehler wird. Wer sie früh behebt, kann die PHP Version ändern, ohne dass etwas ausfällt.

PHP Version ändern beim Webhosting

Bei Shared Hosting ändern Sie die PHP Version im Kundenmenü, meist für jede Domain einzeln. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Oberfläche:

OberflächeWo die Einstellung liegt
PleskWebsites & Domains, bei der Domain unter PHP
cPanelSoftware, MultiPHP Manager oder PHP-Version auswählen
eigenes Menü des Hostersmeist unter Domains, Webspace oder Einstellungen

Nach dem Speichern gilt die neue Version sofort. Zwei Dinge gehen dabei leicht unter. Bei manchen Hostern hat jede PHP-Version ihre eigenen Einstellungen: Werte wie memory_limit oder upload_max_filesize, die Sie für die alte Version erhöht hatten, stehen bei der neuen wieder auf dem Standard. Außerdem müssen Erweiterungen wie imagick, intl oder redis dort für jede Version einzeln eingeschaltet werden.

PHP Version ändern auf dem eigenen Server

Auf einem vServer oder Root-Server installieren Sie die neue Version zusätzlich zur alten. Debian und Ubuntu liefern pro Release nur eine PHP-Version mit. Weitere bekommen Sie aus der Paketquelle von Ondřej Surý, der auch die PHP-Pakete in Debian betreut. Unter Ubuntu heißt sie ppa:ondrej/php, die Einrichtung für Debian steht auf packages.sury.org. Danach installieren Sie die neue Version mit den Erweiterungen, die Sie brauchen:

sudo apt install php8.4-fpm php8.4-mysql php8.4-xml php8.4-mbstring php8.4-curl php8.4-intl php8.4-gd php8.4-zip

Welche Erweiterungen die alte Version nutzt, zeigt php8.2 -m. Übernehmen Sie geänderte Werte aus /etc/php/8.2/fpm/ in den Ordner der neuen Version, auch die Einstellungen für OPcache und die Zahl der PHP-Prozesse. Was dort sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber PHP Performance optimieren. Dann stellen Sie den Webserver um. Bei Nginx ändern Sie im Server-Block den Socket:

fastcgi_pass unix:/run/php/php8.4-fpm.sock;

Bei Apache mit PHP-FPM tauschen Sie die Konfiguration mit sudo a2disconf php8.2-fpm und sudo a2enconf php8.4-fpm aus. Nach einem sudo systemctl reload nginx beziehungsweise apache2 läuft die Seite mit der neuen Version. Die Kommandozeile stellen Sie mit sudo update-alternatives --config php um. Erst wenn alles läuft, entfernen Sie die alte Version.

PHP Version ändern beim Hoster und auf dem eigenen Server
Beim Webhosting wählen Sie die Version im Menü und prüfen Grenzwerte und Erweiterungen. Auf dem eigenen Server installieren Sie die neue Version, stellen den Webserver um und entfernen danach die alte.

Nach dem Wechsel: Fehler finden und beheben

Rufen Sie direkt nach dem Wechsel die wichtigsten Seiten auf, melden Sie sich an und senden Sie ein Formular ab. Sieht alles normal aus, werfen Sie trotzdem einen Blick ins Fehlerprotokoll. Warnungen mit dem Wort Deprecated legen nichts lahm, kündigen aber an, dass eine Funktion in einer der nächsten Versionen wegfällt.

Typische Fehler nach dem Wechsel der PHP-Version
Eine weiße Seite deutet auf ein inkompatibles Plugin, eine undefinierte Funktion auf eine fehlende Erweiterung. Fehlschlagende Uploads liegen an zurückgesetzten Grenzwerten, Deprecated-Meldungen sind Warnungen.
AnzeichenUrsacheLösung
Weiße Seite oder Fehler 500Ein Plugin oder Theme nutzt eine Funktion, die es nicht mehr gibtFehlerprotokoll lesen, Erweiterung aktualisieren oder abschalten
Call to undefined functionEine PHP-Erweiterung fehlt in der neuen VersionErweiterung im Kundenmenü oder per apt nachinstallieren
Uploads schlagen fehlGrenzwerte stehen wieder auf dem Standardupload_max_filesize und post_max_size neu setzen
Meldungen mit DeprecatedCode nutzt Funktionen, die bald entfallenErweiterung aktualisieren, Meldungen nicht öffentlich anzeigen

Bei WordPress hilft der Wiederherstellungsmodus: Legt ein Plugin die Seite lahm, schickt WordPress eine Mail mit einem Link, über den Sie sich trotzdem anmelden und das Plugin abschalten können. Ohne Zugang zum Backend benennen Sie den Ordner des Plugins per SFTP um, dann lädt WordPress es nicht mehr. Läuft gar nichts, ändern Sie die PHP Version im Kundenmenü einfach zurück. Der Wechsel zurück dauert genauso nur Sekunden.

Wie oft Sie die PHP Version ändern

Planen Sie einen Wechsel etwa alle zwei Jahre ein, spätestens im Herbst vor dem Ende der Sicherheitsupdates. Wer selbst plant, wechselt in Ruhe und nicht unter Zeitdruck, weil der Hoster eine Frist setzt. Ein Eintrag im Kalender für Oktober reicht, dazu ein Blick auf die Liste der Plugins: Was dann noch kein Update für die neue Version hat, ersetzen Sie rechtzeitig.

Häufig gestellte Fragen

Kann der Wechsel meine Website lahmlegen?

Ja, wenn ein Plugin oder Theme die neue Version nicht verträgt. Mit Backup und Test auf einer Kopie ist das Risiko klein, und zurückwechseln geht jederzeit.

Ändert mein Hoster die PHP Version automatisch?

Manche tun das, sobald eine Version keine Updates mehr bekommt, meist mit einer Ankündigung per Mail einige Wochen vorher. Verlassen Sie sich nicht darauf und wechseln Sie lieber selbst, dann können Sie vorher testen.

Welche PHP-Version ist die schnellste?

Meist die neueste. Der Unterschied zwischen zwei aufeinanderfolgenden Versionen ist oft klein, der zwischen PHP 7.4 und PHP 8 deutlich. Mehr Tempo bringen danach OPcache und Caching.

Was passiert, wenn ich nichts tue?

Die Seite läuft weiter, bekommt aber keine Sicherheitsupdates mehr. Viele Hoster stellen veraltete Versionen nach einer Frist selbst um, dann kommt der Wechsel ungeplant und ohne Test.

Kann ich für verschiedene Seiten unterschiedliche Versionen nutzen?

Bei den meisten Hostern ja, für jede Domain oder Subdomain einzeln. Auf dem eigenen Server laufen mehrere PHP-FPM-Versionen problemlos nebeneinander.

Warum zeigt php -v eine andere Version als WordPress?

Weil Kommandozeile und Webserver bei vielen Hostern unterschiedliche PHP-Versionen nutzen. Für die Website zählt die Version, die WordPress unter Website-Zustand anzeigt.

PHP Version ändern: jetzt planen

Prüfen Sie heute, welche PHP-Version Ihre Website nutzt und bis wann Sie die PHP Version ändern müssen. Legen Sie ein Backup an, testen Sie die neue Version auf einer Kopie und stellen Sie danach die Live-Seite um.

Machen Sie Ihre Seite jetzt auch insgesamt schneller.


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